Lieder. Songs. Chansons – Quer durch die Jahrhunderte


So lautet der Titel unseres aktuellen Programmes, in dem die unterschiedlichen Musikstile des deutschen, keltischen und amerikanischen Folk, der Bordun- und Mittelaltermusik, Song und Chanson zu einer abwechslungsreichen Melange verschmelzen.

Gambrinus hat Lieder und instrumentale Stücke zusammengestellt, die vom schlichten Volkslied über satirische Lieder bis hin zum anspruchsvollen literarischen Song reichen. Tanzbare Instrumentals wechseln sich ab mit melancholischen Weisen und humorvollen Songs, zum Teil in  Sprachen wie Languedoc oder Bretonisch.

Vorgetragen werden die Lieder in den verschiedensten Vokalkombinationen, oft im bis zu vierstimmigen Satzgesang, gern auch a-capella, meist mit einem Augenzwinkern und  immer mit viel Spielfreude.


Ein paar Beispiele aus unserem aktuellen Repertoire


Mayn Rue-Plats

Ein  von Morris Rosenfeld (1861-1923), der als russischer Jude nach Amerika emigirerte und wie viele europäische Juden dort sein Glück suchte. Er arbeitete als Schneider und schrieb nebenbei Lyrik. Viele seiner Gedichte wurden vertont und fanden Eingang in die Folktradition. „Majn Rueplats“ ist sowohl ein Liebeslied als auch Hymne der damals entstehenden Arbeiterbewegung.  Einen Demo-MP3-Track des Liedes gibt es ebenfalls auf folkalley.com


Ade, mein Lieb

Ein Abschiedslied aus dem Jahre 1794, aus der Feder des großen schottischen Nationaldichtes Robert Burns (1759–1796). Im Original heißt es: “O my Luve's like a red, red rose, / That's newly sprung in June: / O my Luve's like the melodie, / That's sweetly play'd in tune.“ Die deutsche Textübertragung stammt Renate Mitchell. Uli hat dieses melancholische Lied  Mitte der 80er Jahre von der Gruppe „Liedehrlich” aus der damaligen DDR gehört, der seinerzeit auch im westlichen Teil Deutschlands bekannte Liedermacher Stephan Krawczyk angehörte. Wer sich näher mit dem Werk Robert Burns’ beschäftigen möchte, findet hier reichlich Material: Robertburns.org.


La belle inconnue

Eine Komposition des französischen Drehleierspielers Dider Champion aus der Auvergne, der dieses Instrumentalstück mit seiner Gruppe „Les Brayauds“ für die LP „Couleurs“ eingespielt hat. Auch in unserer Version ist die Drehleier das Hauptinstrument, wobei sich die Begegnung mit der „schönen Unbekannten“ zunächst bedächtig langsam entwickelt, dann aber durchaus eine gewisse Steigerung erfährt…


The Bergen

Jez Lowe, Liedermacher aus Durham im Nordosten Englands, beschreibt in dieser Ballade das Schicksal eines norwegischen Fischerbootes, das in einem Sturm vor der Küste Northumberlands versank. Die Küstenbewohner bargen die Ertrunkenen und Teile des Wracks und da sie die Namen der Seeleute nicht kannten, schrieben sie den Namen des Schiffes — The Bergen — auf den Grabstein. Lowe erzählt die Geschichte aus der Sicht einer Frau, die Sehnsucht nach ihrem Liebsten hat und sich wundert, wie es ihm wohl gehen mag. Eine Ballade, wie gemacht für Christines Stimme!


Der Teetisch

Christian Johann Heinrich Heine (1797 in Düsseldorf geboren und 1856 in Paris gestorben) war einer der bedeutendsten deutschen Dichter, Schriftsteller und Journalisten des 19. Jahrhunderts. Heine gilt, so weiß Wikipedia, "als 'letzter Dichter der Romantik' und zugleich als deren Überwinder. Er machte die Alltagssprache lyrikfähig, erhob das Feuilleton und den Reisebericht zur Kunstform und verlieh der deutschen Literatur eine zuvor nicht gekannte elegante Leichtigkeit." Mathes vertonte Heines ironisches Gedicht über eine bourgeoise Teegesellschaft mit einer entsprechend leichtfüßigen, angejazzten Melodie.


The Water is Wide

Diese traditionelle Ballade über die Herausforderungen der Liebe ist seit dem 16. Jahrhundert bekannt und vermutlich englischen oder schottischen Ursprungs. 


Junge Paare auf den Bänken (Les amoureux des bancs publics)

Auch eine Lied über die Liebe, aus der Feder des großen französischen Chansonniers Georges Brassens. Die hochdeutsche Übertragung stammt von Franz Josef Degenhardts 1986 erschienenen LP „Junge Paare auf den Bänken – Franz-Josef Degenhardt singt Georges Brassens“.


Ouwe

Christine brachte uns dieses besinnliche Lied aus der Feder des großen Minnesängers Walther von der Vogelweide  (1170—ca. 1230) bei. Die Vertonung stammt von der Gruppe Ougenweide, die sich in den 70er Jahren mit als eine der ersten mit der modernen Aufarbeitung mittelalterlichen Liedgutes beschäftigte. Wir haben ihre Version leicht entschleunigt, und es zeigt sich, dass keltische Harfe und Alt-Drehleier (ohne Schnarre) eine wunderbare Ko-Existenz einzugehen vermögen.


Tiny Fish for Japan

Stan Rogers (1949-1983) gab dem kanadischen Folksong durch seine oft historisch und lokal geprägten Lieder eine neue Identität. Er zählt deshalb zu den wichtigsten kanadischen Liedermachern. Sein Lied über die Fischerei in den großen kanadischen Seen erzählt von dem harten Alltag der Seeleute, die nur überleben können, wenn sie sich den großen Companies verdingen und Fische für den Export nach Japan fangen.


My Ain Country

Dieses Lied erinnert an die Flucht schottischer Jakobiter, die im 17 Jh von Schottland ins verbündete Frankreich fliehen mussten, nachdem ihre Rebellion in der Schlacht bei Culloden von den Engländern niedergeschlagen wurde. Der Text von Allan Cunningham beschreibt die Schönheit Schottlands aus der Sicht des Exils im französischen Bordeaux. Die Melodie ist ein altes gälisches Air.


De Montfort / Magaloufou

Diese beiden Bourrées stammen von Mitgliedern der englischen Danceband Blowzabella. Das erste Stück „De Montfort“ wurde von der Saxofonistin Jo Freya komponiert, das zweite von dem  Dudelsackspieler Paul James.